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klettern auf Schnee

Der Weg heute vom Hochweißsteinhaus zur Porze Hütte hat beschwerliche Streckenabschnitte. Er führt uns über schmale Bergkämme, auf denen es gilt, in der Spur zu bleiben, um nicht zur einen oder anderen Seite zu fallen. Auch führt er uns über schneebedeckte Anhöhen. Bloß nicht rutschen, sonst liegen wir gleich wieder unten. Ab und an müssen wir wieder einmal klettern, um zum Ziel zu kommen. Heute gilt es auch, zwei meiner Wander-Coachees zu verabschieden und hinunter ins Tal ziehen zu lassen. In den vergangenen Tagen haben sie sich jeder in seinem Maß mit seinen eigenen Grenzen auseinandergesetzt und manche davon körperlich, manche psychisch herausgefordert und überwunden.

Und so ist eine Erkenntnis der Truppe, dass:

Wenn wir glauben, an unseren Grenzen angelangt zu sein, geht es immer noch weiter.

Fazit der Coaching-Gruppe

Diese Erkenntnis ist so wichtig, dass wir uns immer wieder selbst herausfordern, unsere Grenzen zu erkennen und mal aus unserer Komfortzone zu treten, um diese Grenzen zu erweitern. Doch nicht nur das Überwinden von Grenzen war für die Gruppe ein Gewinn. Sie haben auch, so sagen sie, die unterschiedlichsten Emotionen erleben, Energie tanken und feststellen dürfen, dass sie alle miteinander gut harmonieren als Führungsteam. Was für ein wundervolles Fazit unserer gemeinsamen Zeit. Und ein solches Erleben ist auch für mich unglaublich bereichernd: Wir waren gemeinsam ganz oben auf der Spitze, haben Adler gesehen und es war einfach nur cool! Herzlichen Dank für eure Begleitung und euer Vertrauen.

Euer Markus F. Weidner

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Meine Tourplanung der 18. Etappe und hier der Tourverlauf von Etappe 18 mit Bildern
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Bilder zu Etappe 18

Wanderer

Heute bin ich den 2. Tag mit den Mitgliedern eines Führungsteams als meine Coachees unterwegs und wir erleben, welche herausragenden Leistungen wir in Kooperation schaffen. Nachdem wir am Vortag aufgrund des schlechter werdenden Wetters die Überquerung der Raudenspitze (2.507m) abgebrochen haben, gilt es, den 2. Anlauf zu nehmen. Bei Nebel sind wir von unserer Notunterkunft (die Übernachtung war auf dem Dachboden einer Almhütte) aufgebrochen und haben den Aufstieg ein 2. Mal begonnen. Interessant ist, dass der gleiche Weg nicht gleich erscheint, weil so viele Parameter anders sind: die eigene Wahrnehmungsfähigkeit, Temperatur, Gemütszustand, Stimmung in der Gruppe. Je höher wir kommen, desto besser werden die äußeren Bedingungen. Der Nebel lichtet sich und das erwartete schöne Wetter begrüßte uns auf ca. 2.100 m Höhe, genau an der Stelle, an der wir am Vortag abgebrochen hatten.

Der letzte Teil des Aufstiegs zur Raudenspitze beginnt. Steil, fordernd, Klettersteig und am Ende stehen wir zu viert auf dem Gipfel und die Alpen liegen uns zu Füßen. Ich blicke nach Norden zum Großvenediger und Großglockner, quasi ein Rückblick, wo mich die Tour bereits durchgeführt hat. Es ist erhebend, auf das Geschaffte zurückzublicken. Eine weitere Erkenntnis, wie richtig die Entscheidung des Vortages, abzubrechen, war. Die noch vor weniger als 24 Stunden gefühlte Niederlage bringt einen Sieg hervor, der nicht schöner hätte sein können.

am Gipfel

Der Blick nach Süden breitet die Dolomiten vor uns aus. Noch nicht vorstellbar, dass es in wenigen Tagen über diese schroffen Berge gehen soll. Respekt und Vorfreude breiten sich für einen Augenblick aus, doch es ist noch weit weg und noch genießen wir den Etappen-Höhepunkt im Hier und Jetzt. 

Zusätzlich werden wir von der Natur verwöhnt. Ein Adlerpaar umkreist in der Thermik der Mittagssonne den Gipfel. Einzigartig! Nach dem Eintrag im Gipfeltagebuch starten wir den herausfordernden Abstieg. Schritt für Schritt durch den Klettersteig. 

Fazit: Für den einen oder anderen ging es deutlich aus der Komfortzone und der Lohn ist die Erkenntnis, wie viel in einem steckt, vorausgesetzt man wird gut geführt. Das Team hat auf besondere Art zusammengewirkt und so haben die heutigen 8 gemeinsamen Stunden ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis eines motivierten und kooperativen Teams hervorgebracht. Und erneut erlebe ich, was die Kraft eines Teams gemeinsam leisten kann.

Ich wünsche uns, dass wir alle die gute Kooperation unserer Teams ausreichend wertschätzen können.

Euer Markus F. Weidner

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Das Leben ist eine Leinwand

Das Leben ist eine große Leinwand – bemale sie, so bunt Du kannst. Und: Jeder Augenblick hat eine besondere Botschaft. Beides Worte, die uns unterwegs begegnen und Worte, die auch zum heutigen Tag und unserer Aufstiegs-Niederlage passen. Doch auch dadurch lernen wir etwas: die Stärke, solche Niederlagen wegzustecken. Doch von vorne.

Weiter von Liesing geht es also heute nicht nur mit einem Coachee, sondern gleich einem ganzen Team. Dieses unglaublich tolle Team aus drei Führungskräften begleitet mich ein Stück auf meinem Weg nach Venedig. Ich bin dankbar für dieses Geschenk, diese wertvollen und starken Menschen an meiner Seite zu haben. Fürsorge, Mut, Führungs- und Entscheidungsstärke und Freude zeichnen diese Gruppe aus. Und so wandern wir auf steilen Pfaden vorbei an fantastischen Ausblicken ins Tal, auf die nächsten oder übernächsten Berggipfel oder in die Wolken, die den Berg umhüllen… Und es werden mehr und mehr Wolken, das Wetter verschlechtert sich zusehends! Geplant war als Ziel das Hochweißsteinhaus – doch auch starke Menschen können scheitern. In unserem Fall hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und zum Abstieg gezwungen. Und so hängen wir heute Abend auf einer Alm (Enderberghütte) „in the middle of nowhere“. Alle gesund, das ist die Hauptsache. Und wahre Stärke ist, sich durch diese Niederlage nicht unterkriegen zu lassen! Morgen versuchen wir es erneut.

Immer wieder ein Impuls, etwas, was uns nachdenklich macht unterwegs. Tiefgehende Fragen treiben mich und auch meine Coachee-Gruppe um, Anlässe zum Nachdenken haben wir Menschen ja mehr als genug. Und zum Denken an und über Menschen. Danke für euch alle!

In Liebe und Gedanken an meine Frau Hanne,

Euer Markus F. Weidner

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