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Es ist ein besonderer Morgen, der 2. Tag von Wolfratshausen nach Bad Tölz. Ich bin eine knappe Stunde unterwegs und wen treffe ich? Zwei gut aussehende Schornsteinfeger (siehe Foto) ;-). Sie bringen ja sprichwörtlich Glück, daher nehme ich mir kurz Zeit für ein Gespräch mit ihnen und erfahre, dass sie (wie sollte es auch anders sein) auch Freunde der Höhe(n) sind. Und Glück bringen mir sicherlich ihre lieben Wünsche nach genügend Ausdauer und einer guten Reise nach Venedig!

Neue Erfahrungen machen

Ja, so ist Etappe 2 gestartet. Nachdem der erste Schritt gemacht ist – das waren dann über 40.000 Schritte für den ersten Tag – war ich zugegebenermaßen sehr geschafft. Das ist nochmal ein Unterschied zu Hause regelmäßig zu trainieren und dann tatsächlich unterwegs zu sein. Viele neue Erfahrungen habe ich schon gemacht, obwohl es nur ein Tag bisher war. Die Routinen finden und das Neue überhaupt erstmal annehmen: das ist das Motto der 2. Etappe. Das Neue annehmen und mit den ungewohnten Dingen umgehen lernen. Alleine bei meinem Rucksack habe ich noch nicht gefunden, wo die richtigen Stellen für meine Utensilien sind. Ich lerne auch noch mit dem Navigationsgerät umzugehen – gestern habe ich mich zweimal leicht verlaufen. Wobei das nicht schlimm ist, korrigieren und gut ist’s. Also das heißt, häufiger nicht nur darauf vertrauen, dass das Gefühl einem schon den richtigen Weg zeigt, sondern auch mal wieder auf das Navi schauen. Es ist außergewöhnlich, was diese Geräte heute in der Lage sind zu leisten. Wie einfach es ist, seinen Weg zu finden! Man bekommt es ganz genau beschrieben und muss eigentlich nur dem Punkt folgen, aber – wie auch beim ersten Schritt – man muss es wollen, diese Hilfen anzunehmen.

Ich bin jetzt unterwegs zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz in den Wäldern entlang den Isar-Auen. Herrlich! Nachdem ich heute früh versucht habe, die Route etwas abzukürzen, bin ich auf einer befahrenen Straße gelandet – da sind die Wege durch die Wälder doch schöner.

Das Neue Willkommen heißen

Wenn es mal nicht so läuft und Widerstände da sind, gilt es, einen Moment innezuhalten und sich die Frage zu stellen, was mich gerade stört und warum es gerade komisch ist – und was braucht es, damit es wieder besser wird? Auch als Führungskraft: Wenn wir mutig sind und auf neue Wege gehen – neue Produkte entwickeln, neue Softwares einführen, neue Strategien versuchen umzusetzen – das läuft nicht alles glatt. Wie auch? Einen Augenblick innehalten: Was stört mich und was braucht es, damit es besser wird?

Und auch ich habe gelernt, mit neuen Herausforderungen umzugehen und sie Willkommen zu heißen. Gestern Abend ist mir noch etwas Blödes passiert: ich komme zum Campingplatz – Gottseidank hatte ich in Wolfratshausen noch eine richtig ordentliche Portion Eis auf die Hand gegessen – denn am Campingplatz erfahre ich, dass sie dort kein Restaurant dort haben. Also habe ich gestern Abend auf das Abendessen verzichtet und heute früh mich erstmal anderthalb Stunden auf den Weg gemacht und nach einem Supermarkt Ausschau gehalten.

Ja, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, sind Entfernungen erstmal keine Problematik, aber hier, wenn Du nichts im Rucksack hast und dann zwei Kilometer Umweg laufen musst, um etwas zu essen zu finden, dann ist mir schon sehr bewusst geworden, wie behütet wir sind, wie komfortabel und gut es in unserem Leben doch so geht. Da mangelt es uns an nichts. Das zu würdigen und zu schätzen, ist mir dort ins Bewusstsein gekommen. Und ich denke, so mit der Zeit werde ich lernen, meine Routinen, Tagesabläufe und Packordnungen zu finden, um mich dann auf die Menschen vorzubereiten, die in den nächsten Tagen gemeinsam mit mir unterwegs sind. Ich freue mich total auf diejenigen – wir werden eine tolle Zeit miteinander haben!

Wer inspiriert ist und Lust hat noch mitzukommen – von Venedig ab Anfang August Richtung Norden habe ich noch den einen oder anderen Zeit-Slot verfügbar. Schreibt mir gern eine Email an mfw@qnigge.de oder hier über das Kontaktformular. Dank meiner Technikausstattung habe ich ab und an Zugriff auf meine Mails.

Vielen Dank übrigens auch für die vielen aufmunternden, wertschätzenden Kommentare auf Facebook! Auch wenn ich hier alleine unterwegs bin, fühlt es sich doch so an als wäre ich nicht alleine.

Ich wünsche euch was,

Euer Markus F. Weidner

Links:
Meine Tourplanung der 2. Etappe
Meine gesamte Tourplanung und Tracking

Videos & Bilder zu Etappe 2

Zusammenschnitt meines Tages – inklusive der Schornsteinfeger

Der letzte Blick zurück auf München für 54 Tage. München – Venedig – München, der erste Schritt ist heute getan: ich habe es von München nach Wolfratshausen geschafft. Wir wissen nicht, was vor uns liegt – ich weiß nur, es geht nach Süden, 1.300 km, und freue mich auf das, was kommt. Noch wenige Kilometer Stadt und dann wird es ruhig.

Gedanken zum Start

Während ich mich auf den Weg mache, gibt es andere, die Pech gehabt haben und auf der Straße gelandet sind. Wir kennen die Geschichten dieser Menschen, die dahinter stecken, nicht. Darum müssen wir uns hüten zu urteilen und zu werten. Wir sind wertende Menschen, wertende Wesen. Alles, was wir sehen / hören / wahrnehmen, läuft durch einen Filter und sofort kommen wir zu einem Urteil, was wir gut finden und was wir nicht gut finden. Das ist auch erstmal nicht verkehrt. In unserer Führungsaufgabe allerdings kann es manchmal hilfreich sein, nicht sofort zu werten, nicht sofort ein Urteil zu sprechen und die Geschichte hinter der Geschichte zu sehen. Das erfordert Geduld, das erfordert auch zuweilen, sich vom Dinglichen zu verabschieden: von harten Zielen, wenn es darum geht, auf die Menschen zu schauen.
Nicht kopflos umherzuirren hilft auch – dabei habe ich einen „Kopflosen“ zum Anlass genommen, meinen Gedanken in einem kurzen Video freien Lauf zu lassen:

Manchmal sind wir kopflos unterwegs und denken nicht nach…

54 Tage unterwegs. Natürlich wandere ich nicht immer alleine, werde allerdings dennoch über die Hälfte der Zeit ganz bewusst alleine unterwegs sein, um nachzudenken. Es sind viele Fragen bei mir aufgelaufen rund um das Thema Führung und mein Plan ist es, mir jeden Tag die ein oder andere Frage vorzunehmen und im Video oder schriftlichen Reisetagebuch zu beantworten und dabei meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Denn gerade dann, wenn wir Raum und Zeit für uns alleine haben, kann das, was innen ist, auch mal nach außen treten. Ansonsten sind wir ja immer von außen gesteuert und werten eben das, was wir hören und sehen. Neben den obigen losen Gedanken zu Führung dreht sich mein Führungsthema heute um die ersten Schritte zum Ziel.

Thema heute: Den ersten Schritt wagen

Wenn wir als Führungskraft oder auch als Privatperson eine Veränderung in unserem Leben herbeiführen möchten, dann haben wir es oft mit „wollen“ zu tun: Ich will mehr Sport machen, ich will mehr freie Zeit für mich haben, ich will nicht mehr rauchen. Es gibt einen Unterschied zwischen wollen und tun, das haben wir alle schon erfahren. Und die Magie liegt darin, tatsächlich eine Idee für den ersten Schritt zu gewinnen. Auch wenn mir noch nicht klar ist, was alles auf dieser Reise passiert – Mut zu haben, den ersten Schritt zu machen und zu schauen, wer und was einem begegnet.

Und dann passiert es natürlich, als hätte ich den Baumstamm dort bewusst hingelegt, dass irgendetwas in unserem Weg in der Quere liegt. Also geht es darüber, darunter, daran vorbei – welchen Weg gibt es? Umkehren ist die schlechteste Wahl, also müssen wir einen anderen Weg suchen. Und dafür müssen wir uns fragen, haben wir den Mut, haben wir die Idee, andere Wege zu suchen? Das fühlt sich blöd an, vom eigentlichen Weg wegzugehen und es war etwas beschwerlicher, aber machbar. Und damit liegt das Hindernis hinter uns.

Diese Bilder, die uns Tag für Tag auf unserem Weg begegnen, können wir in unser Leben integrieren. Und mit dieser Reise von München nach Venedig und zurück möchte ich euch gerne inspirieren. Denkt mal nach, welche Themen für euch wünschenswert für Veränderung sind. Und wenn ihr das Thema habt, dann geht es nur darum zu überlegen, was ist der erste Schritt? Noch nicht durchplanen, einfach loslaufen. Es passieren Dinge, es geht etwas schief, nur der Weg geht weiter. Inspiration für den Tag: Was könnte der erste Schritt sein, der für Dich eine Veränderung bedeutet? Wenn Du Lust hast, schreib hier einen Kommentar oder schreib mir auf Facebook.

Eine gute Zeit,

Dein Markus F. Weidner

Links:
Meine Tourplanung der 1. Etappe
Meine gesamte Tourplanung und Tracking

Videos & Bilder zu Etappe 1

Mein erstes Qnigge Walk&Talk Video als Zusammenschnitt des ersten Tages, meiner ersten Schritte