Auf meinem Weg von München nach Venedig habe ich nur einen einzigen Venedig-Wanderer getroffen. Das lag zum einen daran, dass ich mit meinem Start am 20.06. eher früh unterwegs war und zum anderen bin ich bewusst nicht die klassische Route, den sogenannten Traumpfad, gegangen. Daher ist mir dieses Exemplar erst zum Ende der Reise begegnet, weil ich dann automatisch auf die Traumpfad-Route gekommen bin, die in den Wanderführern ausgeschrieben ist.

Auf meiner Rückreise war das etwas anders. Da ich den möglichst direkten Weg von Venedig nach München nehmen wollte, um zeitgerecht nach Hause zu kommen, bin ich automatisch immer wieder auf die typischen Hütten und Routen gekommen. Da ich gegen den Strom gewandert bin, hat sich der Kontakt zu Venedig-Gehern verdichtet. Vom Alter her war alles dabei, von Anfang 20, junge Frau alleine, über den männlichen Solisten, Ehepaaren bis hin zu kleinen Gruppen und reiferen Semestern. 

Reiseplanung und -vorbereitung

Wer auf dieser Reise eher alleine sein möchte, der startet bis Mitte / Ende Juli und weicht von der klassischen Route nach Osten oder Westen ab. Wer gerne in Gesellschaft wandert und Anschluss sucht, der wählt den Traumpfad und startet am ersten Samstag im August. Das bedeutet allerdings, Du musst alle Etappen vorplanen und Hüttenschlafplätze buchen, sonst kann es sein, dass Du auf dem Boden im Speisesaal nächtigen musst. 

Wer sich körperlich auf diese Reise nicht vorbereitet, für den wird es schwer. Entweder wird es muskulär sehr schmerzhaft oder die Reise dauert deutlich länger, weil die Etappen nur kurz gewählt werden können, um Überlastung zu vermeiden. Ich selbst habe bei den Bergetappen eine Streckenlänge von ca. 20 km (plus / minus 4 km) bei bis zu 1.600 Höhenmetern rauf und runter als ideal empfunden. Die Dauer für eine solche Strecke hat sich bei gutem Wetter bei ca. 7-8 Stunden eingependelt. In Ausnahmen waren auch mal nur 10 km mit mehr Höhenmetern dabei bis hin zu Etappen von ca. 30 km, wobei das im Gebirge schön knackig und nicht von Jedermann zu bewältigen ist. Die flachen Strecken haben durchaus bis zu 45 km pro Tag gehabt, wobei 30-35 km angenehmer ist.

Körperliche Vorbereitung

Um seine Fitness aufzubauen, empfehle ich über ein Jahr hinweg pro Woche 4-6 Trainingseinheiten, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • 1-2 mal Gymnastik und / oder Krafttraining für Rumpf und Oberschenkel vorne und hinten
  • 2 Laufeinheiten, eine davon sehr langsam und eine davon in Intervallen
  • zusätzlich am Wochenende eine Laufeinheit in bergigem Gelände, entweder Wandern mit Gepäck (bis auf 15 kg steigern) oder als Trailrun im Laufschritt durch Berg und Wald.

Diese Angaben sind sehr grob gefasst. Am besten ist es, wenn ein Lauftrainer einen Plan schreibt, der nach vorheriger Leistungsdiagnostik auch das richtige Einstiegsniveau festlegt. Eine gute Empfehlung ist der Laufcampus, weil zum einen ein Trainingssystem dahinter steht und die Trainer bundesweit verteilt sind.

Was ich unbedingt machen würde, das ist eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung beim Kardiologen für die Überprüfung des Herz-/Kreislaufsystems und bei Orthopäden für den Bewegungsapparat. Wer es ganz perfekt machen möchte, der Bucht 1x pro Woche einen Physiotherapeuten, um muskuläre Verspannungen, die das Training automatisch mit sich bringen kann, sofort im Ansatz aufzulösen.

Vorbereitung in Gesundheit und Ernährung

Dass Rauchen für ein solches Projekt nicht zuträglich ist, erwähne ich hier nur am Rande, weil es auf der Hand liegt. Außerdem ist es auch so, dass Alkohol die Regeneration verzögert und beim Gewicht bzw. beim Abnehmen eine hinderliche Rolle spielt. Wer einen Rucksack über der Gürtelschnalle trägt, der ist gut beraten, wenn er einen Umbauprozess von Fett in spezifische Muskulatur startet. Die Knie werden es bei jedem Schritt, nicht nur nach Venedig, danken. Ich selbst habe bis zum Start meiner Tour gut 8 kg Gewicht reduziert und meine derzeitige Vermutung ist, dass ich während der Reise nochmals 5 kg verloren habe und bei 189 cm Körpergröße ca. 85 kg wiege und damit quasi Normalgewicht habe.

Ernährung ist ebenfalls eine Schlüsseldisziplin. Hier empfehle ich das Gespräch mit einem Ernährungsberater, vor allem, wenn Du mit dem Gewicht zu kämpfen hast. Ich selbst habe in der Vorbereitung und über die gesamte Tour Nahrungsergänzungsmittel zu mir genommen, weil entsprechende Blutbilder aufgezeigt haben, dass ich es mit meiner normalen Ernährung, die viel in Hotels und Restaurants stattfindet, nicht geschafft habe, Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren und bestimmte Hormone in ausreichendem Maße im Blut zu haben. 

Da das Training im Körper naturgemäß muskuläre Verletzungen und Entzündungen hervorruft, gehören bei mir Ingwer, Kurkuma und Weihrauch zur regelmäßigen Gabe, weil alle drei entzündungshemmend wirken. Außerdem arbeite ich mit Aminosäuren, um die Regeneration und den Aufbau von Muskulatur und Sehnen zu unterstützen. Alle Angaben beschreiben meine persönliche Situation und sind bitte nicht als Empfehlung zu verstehen. Ich habe diese Einstellung zusammen mit einer Medizinerin für mich spezifisch erarbeitet und auf meine Situation angepasst. Außerdem nehme ich fast täglich Leinöl zu mir, weil so die Omega-3-Fettsäuren dem Körper ausreichend zugeführt werden. Bei Bedarf sprecht mich an, gerne stelle ich Kontakte zu meinen Partnern her, die mich unterstützt haben.

München – Venedig als Lebenseinstellung

Ich habe inzwischen von einigen Personen gehört, dass sie ihr Projekt schon nach wenigen Tagen wieder abgebrochen haben, weil die körperlichen Belastungen der ersten Tage schon zu einer Überlastung geführt hat. Daher weiß ich heute, dass meine Vorbereitung mehr als notwendig und in vielen Bereichen  richtig war.

Damit ist ein Projekt München-Venedig nicht nur ein 30-Tage-Projekt im Sommer, es ist vielmehr ein Jahresprojekt oder vielleicht sogar ein Lifestyle-Projekt, was eine Lebenseinstellung benötigt, denn körperliche Fitness ist nicht zu konservieren und es könnte dazu führen, dass Du viele Dinge in Deinem Leben verändern und dauerhaft integrieren möchtest. Daher frage bitte Deinen Arzt und Apotheker nach Risiken und Nebenwirkungen. Denn was hilft Dir ein toller Job als Führungskraft, wenn Du körperliche Risiken unnötig mit Dir herumträgst und eines Tages auf der Nase liegst. Deine Firma wird einen Ersatz für Dich finden, Deine Familie nicht. 

Vielleicht bist Du ja dabei, wenn wir 2020 vier Qnigge Walk&Talk Termine in Deutschland anbieten, bei denen Du in kleinen Schritten über 4-5 Tage einen Einstieg finden kannst. Oder Du bist dabei, wenn wir ebenfalls 2020 für 8-10 Tage Island erobern. Melde Dich bei Interesse formlos per E-Mail an info@qnigge.de, dann informieren wir Dich, sobald das Programm 2020 fertig ist.

Herzliche Grüße,

Euer Markus F. Weidner

Bilder von der Rückreise, Gegend um Mühlbach