Wanderer

Heute bin ich den 2. Tag mit den Mitgliedern eines Führungsteams als meine Coachees unterwegs und wir erleben, welche herausragenden Leistungen wir in Kooperation schaffen. Nachdem wir am Vortag aufgrund des schlechter werdenden Wetters die Überquerung der Raudenspitze (2.507m) abgebrochen haben, gilt es, den 2. Anlauf zu nehmen. Bei Nebel sind wir von unserer Notunterkunft (die Übernachtung war auf dem Dachboden einer Almhütte) aufgebrochen und haben den Aufstieg ein 2. Mal begonnen. Interessant ist, dass der gleiche Weg nicht gleich erscheint, weil so viele Parameter anders sind: die eigene Wahrnehmungsfähigkeit, Temperatur, Gemütszustand, Stimmung in der Gruppe. Je höher wir kommen, desto besser werden die äußeren Bedingungen. Der Nebel lichtet sich und das erwartete schöne Wetter begrüßte uns auf ca. 2.100 m Höhe, genau an der Stelle, an der wir am Vortag abgebrochen hatten.

Der letzte Teil des Aufstiegs zur Raudenspitze beginnt. Steil, fordernd, Klettersteig und am Ende stehen wir zu viert auf dem Gipfel und die Alpen liegen uns zu Füßen. Ich blicke nach Norden zum Großvenediger und Großglockner, quasi ein Rückblick, wo mich die Tour bereits durchgeführt hat. Es ist erhebend, auf das Geschaffte zurückzublicken. Eine weitere Erkenntnis, wie richtig die Entscheidung des Vortages, abzubrechen, war. Die noch vor weniger als 24 Stunden gefühlte Niederlage bringt einen Sieg hervor, der nicht schöner hätte sein können.

am Gipfel

Der Blick nach Süden breitet die Dolomiten vor uns aus. Noch nicht vorstellbar, dass es in wenigen Tagen über diese schroffen Berge gehen soll. Respekt und Vorfreude breiten sich für einen Augenblick aus, doch es ist noch weit weg und noch genießen wir den Etappen-Höhepunkt im Hier und Jetzt. 

Zusätzlich werden wir von der Natur verwöhnt. Ein Adlerpaar umkreist in der Thermik der Mittagssonne den Gipfel. Einzigartig! Nach dem Eintrag im Gipfeltagebuch starten wir den herausfordernden Abstieg. Schritt für Schritt durch den Klettersteig. 

Fazit: Für den einen oder anderen ging es deutlich aus der Komfortzone und der Lohn ist die Erkenntnis, wie viel in einem steckt, vorausgesetzt man wird gut geführt. Das Team hat auf besondere Art zusammengewirkt und so haben die heutigen 8 gemeinsamen Stunden ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis eines motivierten und kooperativen Teams hervorgebracht. Und erneut erlebe ich, was die Kraft eines Teams gemeinsam leisten kann.

Ich wünsche uns, dass wir alle die gute Kooperation unserer Teams ausreichend wertschätzen können.

Euer Markus F. Weidner

Links:
Meine Tourplanung der 17. Etappe und Tourenverlauf der 17. Etappe mit Bildern
Meine gesamte Tourplanung und Tracking

Bilder zu Etappe 17

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